Dezember 27, 2009

Flying high above the sky...oder...erst die Arbeit, dann das Vergnuegen...

Da waren wir nun also zurueck in Cairns und uns erwarteten wichtige Aufgaben. Die ersten Tage widmeten wir der wichtigsten: unserer Entspannung und einem weiteren Treffen mit Wibke. Da wir ja wussten dass sie noch in Cairns sein aber bald den Flug nach Sydney antreten wuerde, wollten wir uns gleich wieder in Cairns im Nomads Serpent angekommen (wo uebrigens wieder das gleiche stinkige Zimmer mit den gleichen stinkigen Typen wartete), mit ihr verabreden doch es meldete sich nur ihre freundliche Mailbox. Also hinterliess ich einen kleinen Text und wir widmeten uns den Postkarten an einem kleinen Laden. Ploetzlich hoerten wir ein lautes: "nee, das glaub ich jetzt nicht!" hinter uns und eine total verblueffte Wibke, die ja nicht wusste, dass wir schon in Cairns waren, blickte und an. Dann ging das "Gekreische", wie Wibkes Freundin Jasmin es spaeter betiteln wuerde los, und wir nahmen Wibke mit zur Esplanade, quatschten und verabredeten uns fuer den Abend im "Gilligans".


Am naechsten Vormittag (Morgen kann man es wohl nicht mehr nennen) trafen wir uns erneut an der Esplanade und konnten den ersten freundlichen Hauch von Weihnachtsstimmung erahnen als wir zu einem kostenlosen Weihnachtsbodypainting (nur auf dem Arm, bitte nicht gleich an die Aktpaintings von germany's next topmodel denken ;)) "to create a xmasfeeling" eingeladen wurden und mit unseren geckos und stechpalmen auf den armen die stars des tages waren egal wohin wir kamen. im nomads wechselten wir dann das zimmer (so richtig weihnachtlich sind alte socken, essensresteauf dem boden und miefgeruch nicht) und trafen statt weiteren stinkis auf eine bande von iren, die zwar morgens unsaeglich laut aber wenigstens unterhaltsam waren.
Am naechsten Tag widmeten wir uns dann unserem hart verdienten Geld und dessen verantwortungsvollem Anlegen. Da uns Darren fuer einen Teil unseres Geldes ja einen Check ausgestellt hatte, suchten wir eine ANZ-Bank auf um diesen einzuloesen. Dummerweise hatte sich Darren natuerlich NICHT die Bank im Zentrum ausgesucht und so vermittelten uns die Bankdamen an eine andere Bank "just around the corner". Die "corner" muss eine ziemlich grosse gewesen sein denn wir liefen insgesamt zwei Stunden in der prallen Sonne vollkommen aus Cairns heraus was nicht nur unserem Gemuet nicht gut tat (Jule: "Ich war echt zu k.o. zum Sprechen.") sondern auch unserer Kopfhaut nicht. Die zeigte sich naemlich am Abend, nachdem wir das Geld abgeholt, angelegt und noch ein paar Besorgungen erledigt hatten, in einem knalligen Rotton. Ja, ich weiss dass ihr denken werdet: "Haettet ihr mal einen Hut aufgesetzt." Aber mal im Ernst, wer nimmt denn einen Hut mit in die Bank wenn er immer noch an das Gute in der Menschheit glaubt und damit rechnet, dass der liebe Arbeitgeber sich fuer arme Backpacker doch eine Bank im Zentrum aussuchen wird.
Dann stand die Weihnachtsplanung an. Diese zeigte sich zunaechst in einem Telefonat mit Benni (mehr dazu spaeter) und dann in zahlreichen Erkundigungen bezueglich des Skydivens und einem "Grosseinkauf". Gut zugegeben, dieser ist vielleicht nicht mit den Grosseinkauefen zu Hause zu vergleichen, aber es war immerhin das erste Mal, dass wir uns mit einem Korb (!) in den Woolworth begaben und der Boden dieses Korbes immerhin bedeckt war- eine Masse an "Homebrand"-Produkten (fuer alle ausser Teubners die wir ja schon in unsere Shoppingkuenste eingeweiht haben, das ist die Billgmarke oder auch Backpackermarke hier, vergleichbar vielleicht mit Tipp) ;). Da schleppten wir also alles, auf das wir sonst so gerne verzichteten in die Hostelkueche und hatten Schwierigkeiten unser Zeug in unsere sowieso schon vollen Tueten (jaja, das Hann River Roadhouse ist nun leer ;)) zu bekommen.
Dann war endlich der 24.12. gekommen. Um unnoetige Sorgen zu vermeiden erzaehlten wir nur wenigen von unserem Vorhaben und Weihnachtsgeschenk an uns selbst, uns aus 11ft Hoehe aus einem Flugzeug zu stuerzen- danke an euch fuers Dichthalten ;) Um 7.00 am ging es fuer uns los und der Skydive-Mission Beach-Bus hilet vor unserem Hostel (wir waren inzwischen in das etwas zentralere Nomads Esplanade umgezogen) um uns abzuholen. Wir fuhren zwei Stunden nach Mission Beach, genehmigten uns zur Feier des Tages einen Mango-Maccadamia-Bar, versuchten Zeilen wie "might get killed" oder "serious injuries often do happen" zu ignorieren und waren wiedermal total genervt von der etwas dominanten Chinesin Samantha, die Jule zum Unterschreiben ihrer Formulare zwang. Dann erreichten wir South Mission Beach, wo wieder schoene Erinnerungen an eine sehr schoene Zeit hochkamen. Im Skydive-Center angekommen wurden wir dem dritten Flugzeug zugeteilt was eine laengere Wartezeit bedeutete. Also machten wir uns auf zum Strand und beobachteten die Springer aus dem ersten Flugzeug.



Das war schon einmerkwuerdiges Gefuehl, dass das Flugzeug so hoch war, dass man es nicht mal sehen konnte aber so richtig vorstellen, dass wir spaeter auch an so einem Schirm da runterkommen wuerden, konnten wir uns nicht. Nach der Praesentation eines Sicherheitsvideos waren wir schliesslich an der Reihe. Wir verstauten unser gepack, entleerten unsere Taschen und wurden jeder einem Instructor zugeteilt. Mich erwartete der lustige, lockere Mike der mich gleich in ein lockeres Gespraech verwickelte und mir alle Stellungen erklaerte, die ich bei Start, freiem Fall und Landung einnehmen muesse. Jule verstand sich auch gleich auf Anhieb mit ihrem Damo obwohl er auf der ersten Eindruck etwas furchteinfloessend wirkte (fast wie aus Twilight entsprungen), sich dann aber als das genaue Gegenteil entpuppte. Mit einem Shuttlebus fuhren wir dann, unser "Geschirr" bereits angelegt, eine halbe Stunde zum Flughafen wo ein kleines Flugzeug mit zwei Barren im Innenraum auf uns wartete. Schoss in Schoss nahmen wir darin Platz und liessen uns weitere Anweisungen geben und genossen unter der Erklaerung wo was lag, den wunderschoenes Ausblick auf das Great Barrier Reef, das Meer mit Dunk Island und weiteren kleinen Inseln, das olle Tully, den weissen Strand und den Regenwald. Mike und Damo zeigten uns immer wieder ihr Uhren welche uns die Hoehe anzeigten in der wir uns befanden. Bei 14 ft- also wohl 4,5 Kilometern oder so- wurde dann die Tuer geoeffnet und Jule und ich staunten nicht schlecht, als sich nicht nur die beiden Koreaner mit ihren Sprungpartnern zum Absprung vorbereiteten sondern auch wir, Mike und damo schnallten sich also an uns. Immerhin hatten wir nur fuer 11ft bezahlt und jetzt durften wir einfach so aus 14 springen! Dass wir gleich springen wuerden war uns aber wohl immer noch nicht bewusst oder die Zeit verging zu schnell um darueber nachzudenken. Schon fand ich mich auf der Kante der Fulgzeugtuer wieder und wollte gerade nochmal ueber die Stellung nachdenken, da flog ich auch schon. Eigentlich folgen wir nicht nur, wir ueberschlugen uns ein paarmal und flogen dann. Ein Wahnsinnsgefuehl im freien Fall- eigentlich kaum zu beschreiben. Ich habe eigentlich nur geschrien- ich weiss gar nicht, wie man das ohne schreien machen soll, ist doch langweilig- habe aber meine eigene Stimme nicht gehoert weil alles nur gerauscht hat und auf die Landschaft unter mit geblickt. Dann kam ein doppeltes Klopfen auf die Schulter, ein vereinbartes Zeichen das mir anzeigte, dass ich meine Arme oeffnen und die Position "the arch" einnehmen konnte. Dann oeffnete sich der Fallschirm und es gab ein kurzes Ruckeln. Mike befreite mich ein wenig durch das Lockern einiger Gurte und ich nahm eine gemuetliche Position ein. Dann unterhielten wir uns ein wenig waehrend und er zeigte mir erneut, wo ich was erkennen konnte, waehrend wir so gemuetlich ueber dem Strand hin und her schwebten.


Schliesslich deutete er auf einen gelben Schirm und meinte: " Das ist deine Freundin." Da hatte Jule wahrscheinlich gerade ebenfalls ihren Spass mit Damo und lenkte ihren Fallschirm selbst. Wir beobachteteten die anderen beim Landen bevor auch fuer mich die Anweisung "push your legs to the body" kam und wir gemuetlich (das erstaunte mich wohl am meisten da ich mit einer unsanften landung gerechnet haette) am Strand von Mission Beach. Wir schlugen ein und lachten und Mike meinte: "Na los, geh schnell zu deiner Freundin und frag sie, wie sie es fand." Aber ich glaube ich brauchte Jule gar nicht fragen denn sie hatte ein genauso breites Grinsen auf dem Gesicht wie ich und schaffte es auch noch nicht, sich mit mehr als drei Worten auszudruecken. Immernoch grinsend, liefen wir mit Damo und Mike hoch und schossen noch ein paar Fotos. Jule und ich waren sich auf jeden Fall einig. Das Geld hatte sich definitiv gelohnt! Wieder im Hostel angekommen, machten wir uns an die Zubereitung des Weihnachtsmahls. Wir kochten, wie angekuendigt, Reis mit Huehnchen und Sahnepilzsosse und auch wenn das wahrscheinlich weder mit einem wirklichen Weihnachtsessen als mit einen normalen Mittagessen zu Hause vergleichbar war, so genossen wir unser Essen weil es fuer uns schon irgendwie was besonderes war und rundeten es mit der Nachspeise- Vanillesosse mit Dosenpfirsichen- ab Dann breiteten wir in unserem Zimmer Loris rotes Laken (danke dafuer nochmal, ohne das Laken haetten wir wohl gar keine Weihnachtsstimmung gehabt ;)) aus, klauten uns von irgendwem im Zimmer ein bisschen Watte und formten ein paar Schneeflocken und legten unsere Geschenke neben das Essen. Dann telefonierten wir beim Essen ein wenig mit Teubners und bekamen durch verschiedene Spieluhren (Jana: "ich guck mal ob ich noch ne andere Spieluhr finde..") und ein erwuergtes Huhn wenigstens einige weihnachtliche Klaenge an die Ohren. Wir plauderten und lachten und obwohl bei uns keine richtige weihnachtliche Stimmung aufkam, die Stimmung war trotzdem gut.


Am naechsten Tag entspannten wir dann an der Lagune und wohl zum ersten Mal hatten wir uns fuer den Tag wirklich NICHTS vorgenommen ausser uns einen Smoothie zu kaufen. Also statteten wir "Baskin and Robbins" einen Besuch ab und goennten uns die schon lange nur angestarrten Smoothies. Dann legten wir uns in die Sonne (bzw eher in den Schatten und schimpften ueber die Leute, die sich in die Sonne legten) und genossen den Tag abwechselnd im Pool und auf der Wiese. Abends kochten wir uns Spaghetti Carbonara wobei die Sosse wohl die schlimmste war, die wir je gegessen hatten.
Fuer den dritten Weihnachtstag hatten wir unseren Beautytag geplant und so schliefen wir erstmal aus, gingen dann ins Internet und fuehrten dann unser Schoenheitsprogramm durch. Da wurde Spliss aus den Haaren geschnitten, Masken auf Haare und Gesicht aufgelegt, alle vorhandenen Naegel lackiert und dabei eine Menge ueber Horst Evers gelacht.



Am Abend machten uns dann auf zum Kino. Leider wird es wohl das letzte Mal sein, dass wir hier in Australien ins Kino gehen denn das ist hier wirklich Luxusgut. Dafuer genossen wir (sogar beide!) den Film (aufgrund einiger Kritiker werde ich den Namen des Films lieber nicht nocheinmal erwaehnen ;)) und mussten uns danach erstmal in ganzer Laenge darueber austauschen als wir unter der Masse an Flughunden die hier an den Parkbaeumen hing, entlangliefen. Jule, noch ganz euphorisch, bemerkte so auch mein geheimes Signal nicht- ich klingelte Benni an, ein abgesprochenes Zeichen dass wir gleich im Hostel sein wuerden. Man muss naemlich dazu sagen, dass Benni und ich eine besondere Ueberraschung fuer Jule geplant hatten. Offiziell in Makay arbeitend, war Benni nach Cairns gekommen und zusammen hatten wir alles so organisiert, dass Jule nichts mitbekommen hatte. Nun sollte er uns in der Hostelkueche erwarten und so holte ich noch schnell meine Kamera und liess Jule vor mir ("ich will dich mal dabei filmen, wie du den gang langlaeufst") in die kueche laufen. dort schauten mich viele verwirrte gesichter durch meine kamera an aber kein benni. meine guete! "ich muss nochmal schnell raus" rief ich Jule zu und rief Benni an. "Wo zum Teufel steckst du?" - "In der Hostelkueche." - " Nee, da bin ich, da bist du nicht. In welchem Hostel bist du?" - "Nomads Esplanade. und du bist da auch, ich hab nachgefragt." - "Ja, ist ja auch richtig. Aber hier ist keiner in der Kueche." - "Vielleicht sind hier zwei Kuechen. Meine ist am Pool."- "Okay, wir sind gleich da."..Meine Guete, woher sollten wir denn wissen, dass das Ding zwei Kuechen hat?! "Jule, ich glaub hier gibts noch eine andere Kueche, vielleicht ist die besser." Eine bessere Ausrede fiel mir so schnell nicht ein, aber Jule folgte mir ohne Widerrede ;) Dann standen wir in der Kueche und dort sechs Teller mit Haupt-und Nachspeise aber ich konnte keinen Benni erblicken. Ploetzlich sah ich Jules total geschocktes Gesicht durch die Kamera und dann sah ich ihn auch- ja, den Rest koennt ihr euch ja denken ;)

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