The Middle of Nowhere! Diese simplen drei Worte haben seit meinem Aufenthalt erst eine wirkliche Bedeutung fuer mich gewonnen! Als wir von unserem Jobangebot erfahren haben, waren wir erst mal gluecklich: Ha endlich ein Job! Aber als es dann darum ging, am naechsten Morgen in aller Fruehe aufzubrechen, davor Sachen zu packen, Jenni brauchte fuer ihren Job noch schwarze Klamotten und Schuhe und ich musste mir noch eine Telstrakarte kaufen, da mir von unsere jobermittelnden Tante (namens Jen) gesagt wurde, dass man da Telstra- Empfang hat, dann musste ich noch das RSA machen (eine -landesspezifische (Queensland hat ein anderes als New South Wales oder so) -Pruefung, die jeder ablegen muss, der an der Bar arbeiten will...also noch viel zu viel zu tun in so kurzer Zeit (wir hatten ja am Nachmittag vor unserer Abreise erst davon erfahren). Als ich dann 100 $ fuer das RSA (online) hingelaettert hatte, noch mal 50 $ fuer dioe Mitgliedschaft der Happy Travel -Agentur (die uns den Job vermittelt hatte) und 70$ fuer eien neue Telstra- Karte + Guthaben, erfuhr ich, dass das RSA vorraussichtlich 3 Stunden gehen sollte, das Buero aber schon in 2 Stunden zu machte. Na toll! Ich versuchte es und verzweifelte fast daran, da man sich unendlich viele (voelliog sinnlose - wie z. B. wie mache ich eine Bar auf?) Dinge merken musste in Englisch und ich nicht wusste was davon in den (insgesamt 5)Tests rankommt und ich mich bei den Vortests schon voellog fertig machte und bei dem ersten Test (den ich knapp bestand, obwohl es in dem eine Frage gab, die selbst eine der Mitarbeiterinnen in dem Buero (Australierin!!!) nicht verstand!!!) den Traenen nahe war! Fuer den brauchte ich glatt 2(!!!!) Stunden!!! und ich hatte noch 4 vor mir mit eben so vielen Infos und das Buero schloss bald und ich war kurz vorm Verzweifeln...beim Telefonat mir meinen Eltern hab ich dann schon geheult, weil das alles zu viel war! Schliesslich rief mich diese Je an und dagte mein Arbeitgeber verlange gar kein RSA! Da wurde ich richtig sauer!
Trotzdem wir uns nicht wohl dabei fuehlten, trennten wir uns am naechsten Tag (ich musste mit einem Taxi zum Bus fahren) schweren Herzens mit der vorraussicht, dass wir uns so schnell nicht wiedersehen wuerden!
Ich stieg in den Bus und war keineswegs davon ueberzeugt das grosse Los gezogen zu haben!!!Als ich nach 4 Stunden Busfahrt in Lakeland ankam, wurde ich von 2 franzoesischen Backpackerinnen abgeholt, die meinten, dass die Arbeit ganz in Ordnung und nicht besonders frdernd waere! Na mal sehen! Mit ihnen fuhr ich dann auch noch einmal 3 Stunden durch die Wueste in einem aeusserst klapprigen Bus! In Laura (in einem klitzekleinen Bus) wartete ich erst einmal auf meinen Lift ins Hann River Roadhouse! In dem Pub befanden sich lauter kautzige Leute (u.a. ein deutscher, dr 1945 hierher gekommen war) und der Chef vom Pub meinte, dass Darren (der Chef vom Hann River Roadhouse) wohl doch 2 Maedchen haben wollte und ich rief natuerlich (vom Festnetz, denn mein tolles Telstranetz funktionierte nicht!!!!) sofort Jenni an und sprach ihr auf die Mailbox. Schliesslich kamen dann noch 2 Leute (ein kauziger alter Typ mit Bier in der Hand und Leicster, der wohl Aborigineevorfahren hatte), die mich dann auf eine weitere 3 stuendige Fahrt mitnahen. Sie waren eigentlich ganz nett (Leicster fragte sogar ob er rauchen duerfe (mit offenem Fenster natuerlich), wollten mir aber als Scherz (ich hatte ihnen ja gesagt, dass ich nicht trinke) dauernd ein Bier andrehen und fanden es jedes Mal urst komisch, als ich ablehnte...naja jeder freut sich ueber etwas anderes!
Irgendwann kamen wir am Roadhouse an, das wirklich mitten im Busch lag!!!!Als erstes ging es in die Kueche, wo ich nur meine Sachen in der Getraenkekammer abstellte und sofort mit dem Koch George (ein alter, launischer Mann mit dickem Bauch und Halbglatze) zu arbeiten begann! Es fing an mit Gemuese schnipseln etc., dann bereiteten wir das Abendbrot fuer die Arbeiter (die alle arbeiteten bei Roadtek, so eine Art Firma, die die Strassen und Bruecken in Australien ausbessert)vor und schliesslich (nach 8 Stunden Arbeit) konnte ich mich erst mal erholen! Ich hatte zuvor meine Unterkunft gezeigt bekommen: eine Art Schiffscontainer(aus metall und gruen), der innen zum Wohnen umgebaut worden war: mit Doppelbett (sah ein bisschen so aus wie in den marinekabinen in den U-booten!), Kuehlschrank(!!!!), Regal, nicht funktionierender Dusche, nicht funktionierendem Klo (in dem ein paar kleine Froesche froehlich vor sich hin quakten!), nicht funktionierendem Waschbecken und nicht funktionierender Waschmaschine, aber immerhin 2 funktionierende(!) Spiegel=)! Draussen gabs noch eine (sah aus wie die Duschen in Afrika!) open -air -Dusche(von Wellblech umrandet) und ein Klo, die Sachen konnte ich aber erst benutzen, wenn die Familie, die dort uebernachtete/ campte (da ihr Jep kaputt war und sie auf Ersatzteile warteten) am naechsten Morgen abgereist war. Ansonsten nutzte ich erst einmal die Campingduschen neben dem Roadhouse!
Dann (nachdem ich meine Sachen so ein bisschen vor mich hingeraeumt hatte) fiel ich ins Bett und fragte mich, was das nur werden soll!
Am naechsten Tag begann ich mit putzen (es sah alles aus, als ob das schon monatelang nicht mehr geputzt worden waere): Kueche und Cafe ausfegen (das Roadhouse ist so eine Art Raststaette mit Restaurant und Benzin und sautueren Preisen, da sie auf die naechste 100 km keine Konkurrenz haben) und wischen, die Kueche aufraeumen, abwaschen etc.!
am selben Tag wie ich waren Darrens Frau Laura, seine Toechter (Georgia(5) und Alicia(1)) und seine Schwester Sharron angekommen. Sharron und Laura (die in dem Roadhouse gearbeitet hatte seit sie 19 gewesen war und vor 4 Monaten nach Cairns weggelaufen war, da Darren eine Affaire mit einem der Maedchen gehabt hatte, das fuer ihn gearbeitet hatte) halfen mir den Dreckstall (Kueche etc.) (die beiden Maedchen, die vorher hier fuer 3 Monate gewesen waren, waren wohl saufaul gewesen und rausgeschmissen worden!) etwas zu begrenzen...was uns nur teilweise gelang!
Na ja der Rest der arbeit bestand aus (was ich erst mal herausfinden musste und meist erst beobachtete, um zu wissen was man da so macht- wie die Kasse bedienen, hamburger braten, Benzin eintanken etc.) die Kuehlschraenke im Cafe mit Softdrinks, Suessigkeiten und (hinter Theke) mit Bier aus den kuehlraeumen zu fuellen! An demselben Nachmittag luden mich Sharron (die eine Cattle und Horsefarm in NSW hat) und Lindsey (ein Typ, der aussieht wie Cat Stevens, permant raucht, nur noch 4 Zaehne im mund hat, dessen Saetze gefuellt sind dem Wort "Fuckin" sind und der gerne Kaengurus abschiesst) zum Fischen an den Creek ein, wo es auch Krokodile und die aggressiven Brown Snakes gab. Leider haben wir nichts gefangen und wir haben auch keine Krokos gesehen! Aber dafuer Buschkaengurus und elefantengrosse Termitenhuegel!
Am Abend ging es nach dem Abendessen fuer die Arbeiter (es gab meistens gemuese- Kuerbis, Karotten & Kartoffeln und manchmal Erbsen- und Fleisch- Schwein, Lamm, Beef) daran die Kueche (Herd, Grill -das war eine Schweinerei, das Ding mit der Drahtbuerste von dem wochenlag angetrockneten Fett zu befreien, auf dem die Burger gebraten wurden,Geschirr abwaschen und am Schluss noch die kakerlaken mit einem Spray zu erledigen, seitdem ich in der Kueche war, haben sich die Kakerlakenzahlen drastisch reduziert!!!)
Jenni konnte leider erstmal nicht kommen, da sie ihrem Chef mindestens eine Woche vorher sagen musste, dass sie abreist, aber wenigstens konnte sie allen sagen (es gab kein i-net, keinen Empfang un die Telefonzelle war auch kaputt), dass es mir einigermassen gut ging. Ab jetzt hiess es: Und taeglich gruesst das Murmeltier: Morgens putzen und Schraenke auffuellen, Bestellungen aufnehmen (von hauptsaechlich Truckern, die mit ihnen Trucks da automatisch vorbeikamen, da es zum Cape York nur diese eine Strasse gab, die meisten waren auch schon Stammgaeste und Touristen), Mittag fuer die Arbeiter machen, dann zwei Stunden frei, in denen ich meist in meinem (dadurch dass er in der prallen Sonne stand) extrem aufgeheizten (die Klimaanlage war nicht so besonders, ich haette schon in den Kuehlschrank kriechen muessen!) Container entweder mit Arbeitskalender basteln (zum Abstreichen) oder mit Lesen verbrachte (Lesen tat ich auch in den Stunden, in denen mal nichts zu tun war, was oefter vorkam, aber dann gabs auch wieder Zeiten, in denen 10 Leute auf einmal kamen, die alle etwas unterschiedliches wollten, als haetten die hinter einem Stein gesessen und gewartet!!=)). Dann gings zum Lunch (zum Mitnehmen fuer einen Teil der Arbeiter) machen und Abendbrot vorbereite (Kartoffeln schaelen etc.) und auf Bestellungen warten, dann wieder Abendbrot und Kueche putzen! Hinter dem Roadhouse, in dem auch Darren in einer kleinen Wohnung hintendran wohnte, war eine Art Koppel, auf der ein sehr aufdringliches Pferd namens Mack, eine grosse, schwarze Dogge und ein Emu (der als Baby gefunden worden war und nun hier lebte) namens Ozzy lebten, die es mir immer sehr schwer machten, wenn ich mal Waesche aufhaengen musste (entweder meine eigene oder die von Darren), aber ich lernte sie mit Essen (Toastkanten, Tomatenresten, salatresten etc.0 abzulenken!
Es gab auch weitere Pferde, viele Kuehe mit Kaelbchen, weitere 7 Hunde (schottische Huetehunde), 7 Perlhuehner ( Jenni und ich haben sie liebevoll unsere Altersheimtruppe genannt, weil sie immer wie alte Damen hintereinander durch die Gegend watschelten), ein Shetlandpony namens Henry, 2 weitere Hunde namens Gipsy und Zack, Kookaburras (auch als lachender Hans bekannt), die immer zur Fuetterung kamen und sie aus der Hand fuettern liessen, Ibisse, die den Kookaburras immer das Futter wegfrassen, Pfaue (mit Kueken) und verschiedene Arten von Kakadus, die auch verschiedenartigen Laerm machten, wenn man morgens noch schlafen wollte!
Also ein buntes Durcheinander, ab und zu kamen auch Deutsche vorbei, die manchmal schon seit 40 Jahren in Australien lebten, oder ein Pole, der es absolut nicht verstehen konnte,warum ich wieder nach Hause zurueck wollte, auf der Nachbarfarm Kalinga arbeitete dann auch ein Schweizer, der ab und zu mal rueberkam (kaum Englisch sprach), um auch ein bisschen Deutsch zu sprechen. Mit George kam ich eigentlich ganz gut klar, obwohl von Zeit zu Zeit etwas launisch war und nicht der ordentlichste!!! Er schaffte es fuer ein Essen die gesamte Kueche einzusauen und war der Meinung, dass das Frauenarbeit ist! na ja da gabs dann mal eine meinungsverschiedenheit (aber mehr zwischen ihm und Laura, die am folgenden Wochenende noch mal kam). Laura schenkte mir dann auch einen kleinen Fernseher (den Darren wohl fuer seine Geliebte gekauft hatte) mit eingebautem DVD-Player und zeigte mir ein Regal mit mindestens 100 DVDs, bei denen ich mich bedienen konnte! naja, da waren zumindest die Abende gesichert!=)!
Schliesslich kam jenni aber doch noch zu mir (alleine sein ist doof!), da ihr Cafejob in Kuranda nicht mehr so ertragsreich war bzw. kaum noch Leute aufGrund der angehenden Wetseason kamen.
So roganisierte Darren fuer Jenni einen Lift. jenni nahm dann den Bus nach lakeland (natuerlich war sie geanuso nervoes wie ich) und dort musste sie ueber 5 Stunden warten, da ihr Lift (Mal, der Truckfahrer) sich verspaetete, aber mal war ganz nett und so kam sie spaet abends (an ihrem Geburtstag!!!) bei mir an und ich hatte einen Geburtstagskarottenkuchen mit Kerzen und Asufschrift vorbereitet, den Raum so gut es ging dekoriert mit einem Banner (5m von meinen 8m Geschenkpapier), auf dem "Happy Birthday Jennimaus" stand (=Verziehrung) und Blumen und Geschenken! Pete (einer der arbeiter, sehr lustig und sehr nett!!!), wuenschte ihr dann auch spontan einen schoenen geburtstag (Jenni war etwas nervoes, da ich sie erst drinnen erwartete mit dem Kuchen und den darauf brennenden Kerzen und Happy Birthday singend) und trug noch ihr Gepaeck mit in den Container und schenkte uns eine Jim Beam Bierdose (sehr teuer: 7.50$), sehr nett von ihm! Mit Jenni war das dann natuerlich auch alles gleich lustiger und nicht mehr langweilig! Zwar kamen wir uns ein bisschen George in dr Kueche ins Gehege, der gerne Mal stundenlang gar nichts tat (waehrend wir uns schon als super- funktionierendes Team zusammen eingearbeitet hatten) und dann mal in der Kueche auftauchte, nur im Weg stand und rumkommandierte, obwohl wir ganz genau bescheid wussten was zu tun war!dann verliess er jedes Mal die Kueche mit noch mehr Unordung als eh schon! Das ging uns z.T. ganz schoen auf die nerven, weil es George auch egal war wie er die Kunden behandelt und alles mehr oder weniger lieblos anrichtete! Aber wir kamen da schon gut klar: wir machten uns jedes Mal selbst Eis(neue Kombinationen aus Wasser -oder Milcheis), es war ja extrem heiss (z. Te. 39 Grad) und nachdem die KitKats alle waren (wir durften uns da nach Herzenslust bedienen: Mittags machte wir uns selbst immer getoastete Sandwiches - Jenni: doppelt Kaese und doppelt Spiegelei, Jule: Ham& doppelt Cheese und -bis sie alle war- Ananas und in extra Speiegelei):)!, machten wir einmal Cookies odder Muffins oder andere Dinge, die wir abends beim DVD gucken mumpfelten (Aepfel, Orangen, Papaya etc.). das war schon ganz lustig. Aber mit der Zeit wurde immer weniger los und es ging in die letzte Woche (die Arbeiter waren nun schon groesstenteils weg und fuer uns immer noch weniger zu tun), in der wir Darren dann mal auf einen Lift nach hause ansprachen und auf das Geld. Da Australier nach dem Motto leben: Komm ich heut nich, komm ich morgen odder vielleicht naechste woche! Da waren wir etwas skeptisch, aber am Freitagabend(18.12.!!!!) also unserem letzten Arbeitstag, erfuhren wir durch nachfragen, dass uns ein Nationalparkranger namens Deryn am naechsten mit nach Cairns nehmen wuerde (sie wuerden wir die 50 $fuer den Bus sparen) und am Samstagmorgen, an dem wir abreisen sollten, bekamen wir unser Gehalt zum Teil in Bar und zum Teil als Scheck ausgestellt. Dann hiess es : Raus aus der Isolation und zurueck in die zivilisierte Welt. Die Fahrt war sehr lustig, da Deryn Ornithologe war und uns viel erzaehlte und uns schliesslich noch Mangos spendiert hatte (da er gesehen hatte, dass wir kein Mittag hatten, er wusste ja nicht, dass wir in weiser Vorrausahnung nach und nach (wenn die Wetseason kommt, kommen eh keinen Leute mehr und dann waere das gute Zeug doch vergammelt:)) Reis, Obst, Gemuese, Mehl,Zucker, Salz, Pfeffer und viele andere Dinge gehamstert und aus dem Roadhouse exportiert haben...=)...jaja ...der Backpacker muss wissen wie er ueberlebt...!), dann fuhr uns direkt vors Hostel (Nomads Serpent, da wir da noch 2 Freinaechte, die wir muehsam im Hostel durch housekeeping erwirtschaftet hatten, noch einloesen mussten), half uns beim Sachen reintragen und gab uns seine Kontaktadresse, falls wir mal Hilfe braeuchten! Sehr nett! Nun waren wir also ach einem Monat wieder in Cairns und es hatte sich nichts veraendert...te be continued!
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Hi Jule - danke für deínen ausführlichen Bericht, hätte deswegen beinahe meinen Zahnarzttermin verpasst - war echt interessant.
AntwortenLöschenWir wünschen euch ein sonniges Weihnachtsfest in Cairns - sollte das nicht klappen, tröstet euch, auch hier wird Weihnachten sicherlich kein Schnee liegen - taut wahrscheinlich alles vorher weg.
Feisties.