September 24, 2009

Hippie auf 12Uhr!




Um das mal gleich klarzustellen: Tine ist nicht die einzige, die hier nicht arbeitet ja! Links und rechts von unserer kleinen Farm wohnen noch weitere Inglorious bastards, die sich ihre gesamte Zeit am Tag damit vertreiben an unserem Haus vorbeizulaufen,um die anderen Hippies 150 m weiter zu besuchen...gruseliger Weise sieht eine von denen, immer in schrill bunten Sachen herumlaufenden Frauen, genauso aus wie Keith Richards von den Rolling Stones. Wuerde sie demnaechst noch voellig stoned von einer unserer Palmen fallen, waere sie es oder zumindest seine Schwester.

Unser Sonntag war nicht wirklich ein Sonntag, da wir wieder um 7.45 Uhr aufstanden, um the same procedure like every day durchzufuehren: Tines Boden putzen! langsam konnten wir die jetzt eh schon versauten Bretter nicht mehr sehen, geschweige denn die Putzpolitur riechen! Wir wurden wieder einmal auesserst motiviert und zahlreich gelobt und ueberhaupt nicht mit unwitzigen Witzen zugelabert...ich hoffe man hoert die Ironie aus diesem satz heraus.
Um es mal so zu sagen: Unsere gesamte Woche hatte wieder einmal nur einen Lichtblick und der hiess: Donnerstag, unser Day off!

Unsere Arbeit in den letzten 2 Wochen bestand aus: (Rauesper, rauesper...):
Tines Haus putzen, Kuhkacke aufsammeln, Unkraut jaehten (sollte man durchaus jedes halbe Jahr machen, sonst sieht der Garten naemlich nicht mehr aus wie ein Garten un man kann Unkraut nicht mehr von essbaren Pflanzen unterscheiden...)...
Unsere Verpflegung bestand (zu unserer eigenen Ueberraschung) aus Suppe und ueberraschender Weise gab es in den darauf folgenden Tagen NOCH MEHR Suppe nur in anderen Farben und mit anderem durchgedrehtem Gemuese drin (MAMA...ich vermisse jede Suppe, die du jemals gekocht hast!)

Am Mittwochmorgen wachten wir auf und dachten: Ach draussen ist es ja noch dunkel, da kann man sich noch einmal hinlegen. Als wir daraufhin eine halbe Stunde spaeter aufwachten, war es nch nciht heller geworden... alles war orange (was glaube ich nur fuer eine gewisse Josephine Zimmermann eine Augenweide gewesen waere ...=))...und dieses orange verfluechtigte sich auch waehrend des gesamten Tages nicht. Es sah wirklich aus wie The Day after Tomorrow! Es war einer der schlimmsten sand storms ever, wir uns Tine diesen Tag mehrmals versicherte und natuerlich mussten wir ausgerechnet an diesem Tag noch einmal ihren Boden putzen. Als wir damit fertig waren wusste sie wieder einmal nichts mit uns anzufangen und schlug uns vor wir koennten doch einmal wieder auf die Weide gehen und Kuhkacke



aufsammeln...uns fielen fast die augen heraus. Unser Schweigen sah tine wohl als Zustimmung und watschelte davon, um wieder einmal irgendwetwas zu holen. Wir waren sprachlos und entsetzt und uns war eines definitiv klar, als wir einen Eukalyptusast am Fenster vorbeifliegen sahen: Jetzt ist Ende im Gelaende!
Wir lassen uns ja viel gefallen, aber irgendwann ist Schluss, wir wollten unseren Wwoofingaufenthalt durchaus ueberleben...
Nicht nur dass wir in einem staubigen, mit Tines Sachen voll gestopften Zimmer wohnen (ich habe denen nicht verraten, dass ich eine Stauballergie habe, haette sie wahrscheinlich auch nicht gestoert, denn ich vermute, selbst der Staub ist hier organisch), keinen Kontakt zur Aussenwelt haben und taeglich pueriertes Gemuese kriegen, jetzt sollen wir auch noch unsere Gesundheit (ich denke mal, dass dieser Staub nicht besonders gesund ist, wenn man ihn einatmet...schliesslich wurde nicht umsonst der gesamte Flug-, Faehr- und fast der gesamte Autoverkehr lahm gelegt...kaum ein Schwein auf den Strassen von Sydney)fuer Kuhscheisse riskieren, also nee da hoert die Freundschaft auf. Also versuchten wir Tine freundlich dazu zu ueberreden, ob wir ncht das Haus putzen koennen, da uns gerade nicht so nach Rausgehen waere. Siehe da, es hat geklappt, also putzen wir einige Stunden lang das Haus (ich gehe lieber nicht so direkt ins Detail, nur ein paar Dinge: Vermutung...in dem letzten halben Jahr nicht geputzt: unser Zimmer, das Klo, der Spiegel im Bad, der Teppich vor unserem Fernseher auf dem Tines Hund immer seine Essensreste verputzt...yummie!)...
Weiterhin genehmigten wir uns an diesem Tag einfach mal Spaghetti, da wir keine Lust auf Essensreste wir Leber hatten...natuerlich kam Tine, waehrend wir kochtenherein und fragte unsere allseits beliebte Frage: Is it enough for 3 people...
Dreimal darf geraten werden wer gekocht hat und wer die Kueche (nicht nur unseren eigenen Dreck) danach wieder sauber gemacht hat?...schwere Frage!
An diesem Abend jointe unser Schicksal die 27 jaehrige Kanadierin Isabella, kurz " Iz", wir waren am Anfang etwas skeptisch wir wir mit dem Altersunterschied klar kommen wuerden, aber es klappte eigentlich super. Iz ist ein richtiger Kumpel! Und sie ist suechtig nach unserem Karottenkuchen=)!
Am naechsten Tag (Donnerstag..free Day) fuhren wir mit Liz nach Taree, um in der Library unsere Zahlreichen messages zu beantworten, danke Leute, dass ihr immer an uns denkt, einzukaufen(unter anderem fast 2 kg Leber fuer Liz...), unsere Tickets nach Byro Bay zu kaufen und um unseren franzoesischen Wwoofgast vom Bahnhof abzuholen. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht, da wir keinen Namen und auch sonst keine Info ueber das maedchen hatten, ausser, dass sie um die 20 sei und aus Frankreich komme. Da das nun mal niemandem auf der stirn geschrieben steht, hatten wir unsere Muehe Muna zu finden, schliesslich enttdeckten wir sie doch und versuchten es erts einmal in ihrer Muttersprache mit ihr, da sie, wie sie uns berichtete der englischen Sprache nicht besonders maechtig sei und darum umso dankbarer war, dass wir uns mit ihr auf Franzoesisch unterhielten. Se war 22 und wurde in Marokko geboren, es gab also Stoff zur Unterhaltung.

Nun waren wir also zu 4 und stellten uns zu dritt am naechsten Tag dem Schicksal: Tines restlichen Boden fertig zu versauen...aeh...stellen...denn (Freitag wars und Samstag wollte sie einziehen) auch Zil wollte ihre Schwester irgendwie aus dem haus haben, da allen die taeglichen Streits ganz schoen auf ide Psyche ging.

Was jenni und mich nun wieder etwas auf die Palme neben unserer kleinen Farm brachte war, dass Iz und Muna jeweils ein Einzelzimmer mit Doppelbett und ohne Staub bekamen...

Naja, auch die beiden lernten Tine und ihre Eigenschaften kennen und wir werden Iz' Augenrollen vermissen, wenn Tine wieder Saetze von sich gab wie: "Is it enough for us all?"(meist auf Essen bezogen), " Give it a good clean..." oder " Can I get you to..."

Zu viert trauten wir uns auch oefter an die Spaghettivorraete und machten auch mal zusammen die Kueche sauber, die eine mehr, die andere weniger...

Am Sonntag rauemten wir dann Tines Schlafzimmer in Zils haus aus und wurden von Wollmauesen in der Groesse von Katzen angegriffen, von Socken aus den Socken gehauen, die schon seit gewiss mehreren Monaten keine Waschmaschine mehr von innen gesehen hatten und stellten fest, dass ein fast 1.80m grosses Doppelbett(laut Tine sollte es aber passen) nicht durch eine 90cm breite Tuer passt, es sei denn man reisst die Wand ein!

An diesem Abend zog in das von Iz und Muna geputzte Zimmer ein mann namens Colin ein (naeheres dazu von jenni)...wir dachten bzw. hatten die Hoffnung, dass, wenn ein mann im Haus ist mal etwas mehr an Fleisch auf den Tisch kommt als Leber und Chicken sausages(1mal in 2 Wochen)...aber auch hier war uns das Schicksla nicht hold...

Als Colin naemlich seine Sonnenblumenkerne und seine " Raw Chocolate" auspackte, wurde uns fast schwarz vor den Augen: Noch so ein organic Freak! Na toll!
Da sich die Tischgespraeche nicht sowieso schon jeden Abend ueber " Wann gibt es Regen" und " Das ist ja so gesund fuer euch!" drehen wuerden!

Nur zur Erklaerung: nach diesen Leuten hier wohnen alle Jugendlichen und auch offenbar alle anderen menschen auf diesem planeten im McDoof oder sonst einem schaedlichen Fast Food Restaurant...

Zu guter Letzt hatte sich Zil diese Woche wohl ganz schoen verschaetzt und ohne Grund zu den eh schon vorhandenen Personen ihre gesamte Verwandschaft eingeladen!
Dementsprechend wurde Muna und Iz fuer die naechste Woche in ein Cafe von Freunden in tarre zum Arbeiten geschickt...und wir werden vermutlich im garten schlafen, mal sehen was das wird...
Demnaechst mehr von unserer kleinen Farm!

2 Kommentare:

  1. Ohje...
    das klingt ja alles grad weniger prickelnd...
    ach wie vermisse ich deine herrlich ironie! und ja, sie wurde durchaus mehr als deutlich im text.
    es wäre dir in einer englisch klausur bestimmt eine helle freude gewesen, all die stylistic means to create that irony rauszusuchen ;) haha

    ich hoffe ihr müsst nicht im garten schlafen..wie kalt wird es da nachts?
    obwohl das vllt weniger staubig wäre?!

    Es war eine durchaus kluge entscheidung bei dem Sandsturm nicht rauzugehen.
    Das war hier überall in den Nachrichten den Tag. Sah echt schlimm aus...!

    Ich hoffe die Zustände verbessern sich bald und dass du mit deinem Humor doch was tolles draus machst, da hab ich keinen zweifel!!!

    Denk ans Great Barrier!!!;)

    Hab dich lieb.
    Melli

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  2. Oh gott! na das hört sich ja nett an! also euer job ist echt beneidenswert. wer möchte nicht einmal im leben kuhscheiße aufsammeln? wenigstens bleibt bei den ganzen strapazen der humor erhalten und hoffentlich hat sich auch das heimweh noch nicht eingeschaltet. wenn es einem nicht so gut geht, wird man ja anfällig dafür...

    sandstürme würde ich auch gerne sehen, jedoch hört sich das laut eurem bericht sehr gefährlich an. aber das photo ist richtig gut! die könntet ihr ruhig öfter machen. :) wie steht es nun eigentlich mit den koalas? habt ihr bereits welche gesehen? oder creepy spiders & co.?

    bei mir gibt es gerade keine sandstürme :P (wäre ja auch ein wunder. woher sollte bei mir der sand herkommen?) nein... bei mir fällt bereits der erste schnee! und es ist arschkalt!!! also ich würde mal sagen: wir mädels leben extrem! ;)

    euch noch viel spaß und lasst euch nicht allzu viel gefallen, ihr kleinen haus-sklaven!

    Sophie

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