Januar 18, 2010

"Unser Freund Uluru" oder "Wie Jesus uns ueber die Berge fuehrte"

So ihr Lieben, nun ist die zeit mal wieder ran um euch ein bisschen auf dem laufenden zu halten was unsere erlebnisse hier in down under angeht. wir haben uns ja nun eine ganze weile nicht mehr gemeldet und so haben wir ordentlich was aufzuholen.
es waren einmal zwei kleine maedchen die sich aus dem schoenen aber an diesem tag sehr verregneten cairns auf den weg in ein fernes land machten...oder besser: Jule und ich setzten uns, gespannt auf das was kommen wuerde in den greyhoundbus und fieberten der zweitaegigen fahrt nach alice springs entgegen. alle hatten sie uns gewarnt: "fahrt nicht im dezember bis februar nach alice springs. es ist so warm da, das haelt keiner aus. und die ganzen fliegen erst!" doch wir meinten es besser zu wissen (oder zumindest hatten wir keine andere wahl als jetzt zu fahren) und sollten recht behalten. nach zwei tagen busfahrt mit unserem freund nervi und seiner freundin (ein paerchen die uns ueber die gesamte busfahrt verfolgt hatte und meinten, dass es besonders lustig sei wenn man im bus sowieso schon nicht schlafen kann, die vorderen sitze so weit runter zu stellen dass der hintermann kaum noch platz hat um einzuatmen), viermal umsteigen und vielen filmen ohne die wir die busfahrt wohl kaum ueberstanden haetten, kamen wir am 5.1. in alice springs an. es ist schon merkwuerdig, wenn man nach so einer langen fahrt vorbei an bueschen, raren roadhaeusern, erde, bueschen, erde und nochmal bueschen dann ploetzlich wieder so viele menschen auf einem haufen sieht und sogar wieder handyempfang hat. mit anderen worten gesagt: alice springs, die ganz normale stadt nur eben mitten in der wueste. wir wurden bis zum hostel gefahren und verbrachten den angebrochenen tag mit kira, einem maedel, dass wir auf der fahrt kennengelernt hatten. wir klapperten die stadt ab und stellten fest, dass ausser der einkaufsmeile in der sich wohl alle touristen sammelten und die aborigines ihre malereien, instrumente etc. verkauften und vielen boese dreinschauenden aborigines in alice nicht viel anzugucken war. also packten wir unsere sachen fuer die naechsten tage und jule (ja, das muss an dieser stelle mal festgehalten werden!!!) nahm all ihren mut zusammen und entsorgte all ihre dicken sachen um ein wenig platz in ihrem rucksack zu schaffen und vor allem um nicht immer zwei leute in anspruch zu nehmen um den rucksack aufzusetzen. leider fehlte mir, ja ich befinde mich in der gleichen situation, dieser mut bisher aber vielleicht kriege ich ja auch irgendwann diesen "rappel" (fuer alle die diese redewendung nicht kennen, jule sprang wild im zimmer rum weil sie unbedingt etwas wegschmeissen wollte ;)). am naechsten morgen mussten wir dann frueh raus und so fruehstueckten wir schnell und warteten im hostel auf unseren tourguide. dieser kam dann auch in form eines etwas ungepflegt wirkenden, muffligen, schwarzhaarigen Mannes. wir stiegen in den bus und freundeten uns gleich mit einer gleichgesinnten, tessy aus braunschweig, an. dann ging es auf langer fahrt in richtung kings canyon. dort angekommen fuellten wir unsere wasserflaschen auf, statteten uns mit proviant, sonnencreme (es waren ungefaehr 35 grad und leicht bewoelkt) und sonnenhut aus und machten uns auf die wanderung. unser guide jason, der warum auch immer auf einmal den spitznamen jesus hatte, stellte sich dabei nicht wirklich als ausgebildeter guide aus. er erklaerte weder etwas, noch ging er irgendwie auf leute ein oder interessierte sich fuer die gruppe. nur an der schweizerin pippi (name geaendert, sah aber so aus) die mit ihren 35 jahren wohl immernoch in der pubertaet steckte, schien er irgendwie interesse zu haben. jedenfalls waren wir uns mit tessy schnell einig, jemand hatte unseren guide entfuehrt und stattdessen den hausmeister af uns losgelassen.
nach einer wanderung am kings canyon waren wir zwar von diesem sehr beeindruckt aber auch nicht schlauer als vorher. wir fuhren, nachdem uns jesus, der uebrigens auf jegliche feste nachrung verzichtete und sich nur von kaffee, zigaretten und energydrinks ernaehrte, ein paar kekse angeboten hatte, fuhren wir noch ein stueckchen und bauten dann mitten im busch unser camp auf.
genaugenommen zuendeten wir ein feuer an und verteilten unsere swags (ausklappbarer schlafsack der eine matratze enthaelt) um die feuerstelle. waehrend jule, tessy und ich uns mit eiswuerfeln aus dem bierkuehler erfrischten, kochte uns jesus ein eigentlich leckeres essen, waere er nicht mit dem chilli in der hand neben der pfanne ausgerutscht. wir pusteten ganz schoen beim essen, hatten aber unseren spass- wie eigentlich die ganzen drei tage lang, was wir sicher jesus (also weil man sich so gut ueber ihn lustig machen konnte) aber am meisten tessy zu verdanken haben (falls du das liest, wir vermissen dich). nach einer lustigen runde am feuer udn einer demonstration der benutzungs des swags durch jesus (da hatte er gerade mal seine sozialen minuten) machten wir drei maedels uns auf die suche nach einem geeigneten schlafplatz. dieser sollte folgende kriterien erfuellen:
1) nicht zu dicht am feuer aufgrund der hitze und eventuellem ascheflug
2) nicht zu weit weg vom feuer und damit von der gruppe aufgrund der fehlenden hilfe bei eventuell einsetzenden, nicht vorhersehbaren ereignissen
3) nicht zu dicht am auto aufgrund der gefahr uebersehen und eventuell getreten oder sogar angepullert zu werden
4) nicht zu dicht an baeumen aufgrund erhoehter kriechtiergefahr
5) nicht zu dicht an dem plumsklo aufgrund gestankes
6) nicht zu weit von der toilette aufgrund siehe 2)



nach einigen diskussionen und abwaegen fanden wir den perfekten platz und liessen uns dort nachdem wir mit dem wasser aus dem kanister im bus die zaehne geputzt und uns jeweils hinter einer decke welche die beiden anderen hielten, angezogen hatten, rollten wir unsere swags fachgerecht aus, plauderten ein wenig, beobachteten die spaerlich vorhandenen sterne und schliefen schliesslich ein. in der nacht weckten wir uns manchmal selbst indem wir uns vor unseren eigenen haaren erschreckten die uns kitzelten und hinter denen wir ein tier vermuteten. am morgen weckte ich dann wohl fast die halbe gruppe mit meinem wecker den ich vergessen hatte auszustellen aber das war immerhin angenehmer als die augen zu oeffnen und jesus vor sich zu haben der einen sanft weckt- also hab ich doch einen gefallen getan ;) nach einem netten fruestueck (toast, haferflocken, cornflakes) machten wir uns dann auf den weg zu den olgas, oder auch kata tjuta. wir fuhren eine weile und hielten fuer das mittagessen (wraps mit allem moeglichen gemuese) an dem zeltplatz der naechsten nacht, bevor wir unsere wanderung antreten konnten. jesus fuehrte uns, durch die berge hindurch, durchs valley of winds und diesmal schien er plauderwasser getrunken zu haben denn zumindest erklaerte er uns, wie die berge laut der legende der aborigines entstanden seien.



eine mutter habe ihre soehne zum spielen weggeschickt und so hatten die jungen aus lauter langeweile ein grosses erdloch gegraben. den sand aus dem loch haueften sie neben sich, so entstand der uluru und die steine, die sie in der erde fanden, schmissen sie einfach hinter sich- die olgas. wir liefen und kletterten, waren maechtig beeindruckt von den imposanten steinmassen und hatten auch mit dem wetter (bewoelkt und dadurch nicht zu heiss und nicht zu viele fliegen) glueck.


jesus fuehrt uns noch durch einige schluchten und einge abschnitte hoch bis wir schliesslich einen wunderschoenen ausblick auf das tal hatten. dannn gings nach einer kleinen jesuslaesterstunde mit tessy in das aboriginal culture center am ayers rock, unserem freund uluru. nachdem tessys sitznachbar, der ire shane, ja schon alle moeglichen berge vorher fuer den uluru gehalten hatte, sahen wir ihn dann endlich, wenn auch erstmal nur im vorbeifahren. in dem zentrum versuchten wir uns ein wenig ueber das zu informieren was jesus uns vergessen hatte mitzuteilen, was dieser durchaus etwas merkwuerdig fand ("was macht ihr denn da?"). ausserdem wunderten wir uns ueber die etwas merkwuerdige ausschilderung der toilette fuer blinde da sich diese am oberen ende der wand befand und wir nicht genau wussten, woher die blinden jetzt wissen sollten, dass dort die ausschilderung fuer die toilette haengt (ja, solche tiefgehenden fragen stellten wir uns ;)). dann fuehrte uns jesus mit dem mala (=kaenguru) walk ein kleines stueckchen um den uluru herum und wieder schien ihn jemand gezwungen zu haben, uns etwas zu erklaeren. auch wenn er es wahrscheinlich nicht gerne tat (er guckte die ganze zeit so verbissen aber das lag vielleicht auch an der fehlenden nahrungszufuhr), malte er uns einige der symbole der aborigines auf und erlaeuterte deren bedeutung. abends fuhren wir dann zum uluru sunset point und beobachteten, waehrend um uns herum wilde asiaten wie aufgescheuchte huehner liefen und sich in den verschiedensten posen (ich nehme uluru in den mund, ich winke, ich hebe den arm, ich laechle, ich winke mit handschuhen....)


vor dem uluru versuchten und jesus ein wiedermal viel zu scharfes essen fuer uns kochte (langsam hatten wir ein wenig das gefuehl, er wolle auch uns auf diaet setzen), den sonnenuntergang der uns erst ein wenig enttauschte. dann fing es auch noch an zu regnen und das glueck schien perfekt- regen am uluru und dann noch im "achso heissen" alice springs- also wirklich! dann aber veraenderte unser freund uluru ploetzlich seine farben und neben ihm glaenzte ein regenbogen am himmel, nicht schlecht oder?


wer hat schon einen regenbogen am uluru? dann ging es zurueck auf den campingplatz wo uns jesus vorwarnte, dass es nachts eventuell regnen koenne. so richtig half uns diese warnung allerdings nicht da wir sowieso nur eine betonflaeche auf der nun lustige trinkspielchen mit jesus und pippi gespielt wurden und eine waeschekammer zur verfuegung hatten. die waeschekammer war voll und so entschieden wir uns nach langem ueberlegen, unser nachtlager-also das nachtlager der drei lustigsten maedels der tour ;)- unter der halbwegs bedachten flaeche zwischen damen- und herrentoilette aufzuschlagen. immer wieder kamen menschen mit mitleidigen blicken an uns vorbei und fragten uns, ob unser tourguideuns denn kein zelt organisiert haette- haha! nachts wachte ich dann ploetzlich auf weil mir ein wenig kalt war und als ich an mir herunterblickte, sah ich dass mein halber schlafsack nass war und es in stroemen regnete. ich weckte die anderen beiden sanft auf und da wir keine andere moeglichkeit sahen, zogen wir in die dusche um. hihi, da lagen wir dann also zwischen duschen und waschbecken und eigentlich haben wir sogar einigermassen gut geschlafen- jule und ich zumindest ;) tessy hatte einen kleinen kampf mit einem tausendfuesser und morgens fuehlte sie sich, im gegensatz zu uns auch ein wenig gestoert durch die leute die ueber uns rueberstiegen ;). (jesus stieg natuerlich nicht ueber uns rueber da er nicht wirklich lust hatte zu duschen was man seinen haaren auch langsam ansah). als wir unsere story am naechsten morgen im bus erzaehlten, wies uns klugscheisser sven freundlich darauf hin, dass jesus uns doch gewarnt hatte, dass es regnen wuerde woraufhin er von jule ein: "na der sagt viel wenn der tag lang ist." an den kopf bekam. dann hatten wir aber auch endlich unsere ruhe. noch im dunkeln fuehren wir erneut unseren freund besuchen um einen guten blick auf den sonnenaufgang zu bekommen, dieser blieb uns allerdings verwaehrt.

so froren wir nur ein wenig vor uns hin, assen pancakes und muesli und muemmelten uns bei der anschliessenden wanderung um den uluru in handtuecher und decken ein und setzen unsere weihnachtsmuetzen auf. keine angst, wir sind keine freaks geworden, wir wissen uns nur zu helfen ;) nach einer lustigen aber sehr langen wanderung (nach zehn kilometern hatten wir unseren freund auch langsam von allen seiten begutachtet, auch wenn er uns immernoch durch seine unregelmaessige oberflaeche- oder cellulitis, wie tessy es nannte- und seine groesse beeindruckte) fuhren wir dann mit einem kleinen zwischenstopp zurueck nach alice springs. den abend dort verbrachten wir erneut mit tessy und den lebensmitteln die jule dank ihres hungrigen blickes bei der tour abgestaubt hatte (toast, honig, marmelade, butter). am naechsten tag guckten wir uns alice springs noch ein wenig an, wobei wir wiederum feststellten, dass wir schon sehenswertere staedte gesehen hatten und genossen unseren letzten tag mit tessy die es nun in den norden ziehen wuerde.

1 Kommentar:

  1. heyyy, natürlich les ich das!!! ich guck schon seid tagen immer auf den blog und hoffe das was kommt!! ich vermisse euch auch voll, war sooo lustig mit euch und hier ist es jetzt ziemlich doof, ich schreib euch bald ne mail, wo ich dann mal mehr berichte. ihr habt jesus aber gut getroffen, bitte erwähnt noch seine duschgewohnheiten;)
    hab euch lieb, kussis

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